Unsere DNA

Am Anfang des neuen Jahrtausends gelang der Menschheit ein wissenschaftlicher Coup, der bis dahin wie Science-Fiction klang: Unter der Leitung von Craig Venter und dem internationalen Human Genome Project wurde die gesamte Abfolge unserer Erbinformation, die DNA, erstmals entschlüsselt (2001). Damit war es möglich, biologische Prozesse nicht mehr nur im Labor zu beobachten, sondern direkt im „Bauplan des Lebens“ nachzuvollziehen. Welche Abschnitte unserer Gene steuern Wachstum, Immunabwehr oder das Gehirn? Welche davon sind aktiv, welche „stillgelegt“? – Fragen, die nun eine präzisere Antwort bekamen.


Ein zweiter, kaum weniger bahnbrechender Durchbruch folgte 2013 durch den Biostatistiker Steve Horvath. Er konnte zeigen, dass sich das tatsächliche biologische Alter eines Menschen nicht nur grob schätzen, sondern auf den Monat genau messen lässt – anhand von 353 ganz bestimmten Stellen in unserer DNA. Diese Stellen tragen chemische Markierungen, sogenannte Methylgruppen, die wie kleine Schalter wirken: Sie bestimmen, welche Gene abgelesen werden und welche schweigen. Horvath entdeckte, dass das Muster dieser Methylierungen so charakteristisch ist, dass es als „epigenetische Uhr“ funktioniert. Die berühmte „Horvath-Uhr“ ist seither in hunderten Studien bestätigt worden und zeigt:

Unser biologisches Alter ist formbar. Ernährung, gezieltes Training, Meditation, gesunder Schlaf und sorgfältig ausgewählte Nahrungsergänzungsmittel können die epigenetische Uhr messbar zurückdrehen – nicht selten um Monate, in manchen Fällen sogar um Jahre.

Die Basis dieses Wissens ist die Struktur der DNA selbst. Sie liegt in Form einer Doppelhelix vor – einer elegant gewundenen Strickleiter, deren Sprossen aus vier Bausteinen bestehen: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). In fast allen Zellen unseres Körpers ist die DNA im Zellkern gespeichert. Doch nicht jede Zelle nutzt den gesamten Bauplan. Vielmehr werden, je nach Aufgabe, nur bestimmte Kapitel dieses genetischen Buchs aufgeschlagen.

Eine Immunzelle etwa aktiviert genau jene Gene, die sie zur Entwicklung einer T-Zelle benötigen, während eine Nervenzelle ganz andere Abschnitte nutzt, um ihre hochspezialisierte Funktion im Gehirn auszufüllen. Gerade diese selektive Nutzung der DNA macht die Vielfalt und Leistungsfähigkeit unseres Körpers aus.


Quellenverzeichnis:

  • Venter, J. C., Adams, M. D., Myers, E. W., Li, P. W., Mural, R. J., Sutton, G. G., ... & Zhu, X. (2001). The sequence of the human genome. Science, 291(5507), 1304–1351. https://doi.org/10.1126/science.1058040
  • International Human Genome Sequencing Consortium. (2001). Initial sequencing and analysis of the human genome. Nature, 409(6822), 860–921. https://doi.org/10.1038/35057062
  • Horvath, S. (2013). DNA methylation age of human tissues and cell types. Genome Biology, 14(10), R115. https://doi.org/10.1186/gb-2013-14-10-r115
  • Hannum, G., Guinney, J., Zhao, L., Zhang, L., Hughes, G., Sadda, S., ... & Zhang, K. (2013). Genome-wide methylation profiles reveal quantitative views of human aging rates. Molecular Cell, 49(2), 359–367. https://doi.org/10.1016/j.molcel.2012.10.01


Scrolle einfach etwas weiter nach unten - dort findest Du weiteres Material zu unserer DNA!

Weitere Durchbrüche bei der DNA !

Hier wurde die Altersuhr zurückgedreht

43 gesunde Männer im Alter von 50 bis 72 Jahren konnten in einer Studie Ihre Altersuhr zurückdrehen. Hier finden Sie mehr Informationen.

Corona Impfung und Krebs

Die mRNA-Impfstoffe gegen COVID-19 – also die Moderna und Biontech Impfstoffe -  könnten auch die Wirksamkeit bestimmter Krebsimmuntherapien verbessern.

Hier kommt bald mehr!

Diese Webseite ist hier noch in Bearbeitung