Über mich
DR. MED. HANS STROMEYER
Ich habe an der Universität Heidelberg Medizin studiert und promoviert. Schon früh faszinierte mich nicht nur die klassische Medizin, sondern auch die Luft- und Raumfahrt. Noch als Schüler erwarb ich den Privatpilotenschein, später die Berufspilotenlizenz. Nach ersten Jahren als Assistenzarzt in Chirurgie, Innerer Medizin und Allgemeinmedizin bewarb ich mich auf eine Stelle am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und wurde nach umfangreichen medizinisch-psychologischen Tests als Crew Interface Coordinator (CIC) eingestellt. In dieser Rolle war ich Ansprechpartner der Astronauten im Kontrollzentrum und zugleich Ersatzastronaut für den Fall eines Ausfalls der Crew.
Über 15 Jahre lang bildete ich am DLR Astronauten aus, erforschte auf Parabelflügen, wie sich der Übergang in die Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper auswirkt und leitete internationale Projekte im Rahmen des deutschen Weltraumprogramms. Einer der Hauptschwerpunkte lag auf die Erforschung der Schwerelosigkeit bei längerem Aufenthalt im Weltall – darunter das preisgekrönte MIR’97-Projekt.
Ende der 1990er Jahre wechselte ich in die USA, arbeitete für die NASA-Partnerorganisation Spacehab, Inc. und verantwortete das erste biowissenschaftliche Projekt auf der Internationalen Raumstation ISS. Später war ich als Chief Medical Officer bei Unternehmen im Bereich Raumfahrt, Medizintechnik und Telemedizin tätig und absolvierte parallel einen MBA an der Universität Houston.
Bei eigenen Untersuchungen auf Parabelflügen wie auch bei wissenschaftlichen Experimenten internationaler Wissenschaftler auf deutschen Missionen stand stets eine zentrale Frage im Raum: Was passiert mit dem menschlichen Körper in der Schwerelosigkeit?
Die Antwort ist faszinierend – und zugleich alarmierend: Astronauten altern im All in Rekordzeit. Knochen und Muskeln bauen sich ab, das Herz-Kreislauf-System verändert sich, das Immunsystem wird geschwächt. Diese Prozesse ähneln in erstaunlicher Weise dem, was jeder Mensch im Laufe des natürlichen Alterns erlebt – nur dass es im Weltall in wenigen Wochen geschieht.
Seit 2020 widme ich mich deshalb intensiv den Themen Longevity und Epigenetik: der Frage, wie wir die Mechanismen des Alterns verstehen, verlangsamen und unsere Gesundheit bis ins hohe Alter bewahren können. Dieses Wissen gebe ich heute in Coachings, Vorträgen und Beratungen weiter – wissenschaftlich fundiert und geprägt von einer einzigartigen Perspektive aus der Raumfahrtmedizin.